Post aus Spanien

Spanien geht gegen Plastikmüll vor:

Ohne Trinkhalme und Wattestäbchen

Spaniens Regierung führt eine Plastiksteuer ein und verbietet Wegwerfgeschirr aus Plastik. Corona hat das Müllproblem zuletzt verschärft.

MADRID taz | Ab Juli kommenden Jahres wird es in Spanien weder Trinkhalme, noch Wegwerfgeschirr aus Plastik, oder Wattestäbchen mit Plastikstängel mehr geben. In Kosmetik und Waschmittel darf kein Mikroplastik mehr enthalten sein.

In der Verwaltung müssen Trinkbrunnen aufgestellt und in die Restaurants muss den Kunden Leitungswasser zum Menü angeboten werden. Das soll den Verbrauch an Plastikflaschen verringern.

All das steht in einem Gesetz, das die spanische Linksregierung unter dem Sozialisten Pedro Sánchez am Dienstagnachmittag vorstellte. Das Paragraphenwerk setzt weitgehend europäische Richtlinien für die Plastikvermeidung um.

Dort wo weiterhin Plastik verwendet wird, ist dann eine Steuer fällig. 0,45 Euro pro Kilogramm Plastikverpackungsmaterial wird sie betragen. Insgesamt soll dies gut 700 Millionen Euro pro Jahr bringen. Bis 2025 müssen mindestens 77 Prozent der Plastikflaschen separat eingesammelt werden. 2029 sollen es 90 Prozent sein.

Bisher recycelt Spanien weniger als Resteuropa

Doch damit nicht genug. Spanien will von einer linearen Wirtschaft auf zirkuläre Wirtschaft umstellen. Bisher recycelt Spanien mit 36 Prozent des Mülls deutlich weniger als der EU-Schnitt. Das soll sich ändern. Gemeinden über 5.000 Einwohnern müssen spätestens 2022 neben der bisherigen Trennung von Glas, Papier und gelber Tonne auch Biomüll getrennt sammeln.

Die kleinen Gemeinden haben zwei Jahre länger Zeit. Ab 2025 wird auch gebrauchte Kleidung getrennt gesammelt. Fernziel: 2055 sollen 55 Prozent des Haushaltsmülls recycelt werden, 2030 60 und 2035 65 Prozent.

let your sun shine!

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