Ich hab ihn geliebt...

Kannst du dich noch an WaLuLiSo erinnern?

Ein Portrait des außergewöhnlichen Aktivisten, der so gar nicht in seine Zeit passte.


Hintergrund und Herkunft

Waluliso hieß ursprünglich Ludwig Anton Weinberger und wurde am 2. Juli 1914 in Wien geboren. Er wuchs in armen Verhältnissen auf. Im Zweiten Weltkrieg wurde er in den Kriegsdienst eingezogen und verwundet. Nach Ende des Krieges arbeitete er als Handelsvertreter für Werbemittel sowie als Schildermaler. Er lebte in einer winzigen Wohnung auf nur acht Quadratmetern.


Der Aktivist

Als Aktivist trat er erstmals Mitte der 1970er Jahre in Erscheinung. Unter dem Motto Wasser-Luft-Licht-Sonne sammelte er zehntausende Unterschriften für den Erhalt des Erholungsraums Donauinsel und der Lobau. Ab den 1980er Jahren trat der bekennende FKK-Anhänger in der Wiener Innenstadt in seinem charakteristischen Outfit auf: In weißer Toga, mit Lorbeerkranz, Stab und Apfel in der Hand haltend. Hier inszenierte er sich als selbst ernannter Friedensapostel und machte auf die Bedeutung der Nächstenliebe aufmerksam. Im Jahr 1986 änderte Weinberger seinen Nachnamen entsprechend seinem Motto Wasser-Luft-Licht-Sonne auf Waluliso.


Einfluss und Einstellungen

Auch bei Staatsbesuchen im In- und Ausland war Waluliso Gast. Zu den bekanntesten Persönlichkeiten die Waluliso traf gehören Jassir Arafat und Prinz Charles, der sich bei seinem Besuch in Wien beeindruckt zeigte. Ab seinem 80. Geburtstag wurde er seltener gesichtet. Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt verteilte er Geld und meinte dazu: ,,Charakter zählt und nicht Geld. Politiker sind Spekulanten.“


Letzte Jahre

Seine letzten Jahre verbrachte Waluliso in einem Pensionistenheim. Am 21. Juli 1996 starb er mit 82 Jahren. Waluliso wurde in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof bestattet. Der Grabstein wurde von ihm selbst entworfen. Posthum wurde zu seinen Ehren am 7. Juni 1998 die Walulisobrücke eingeweiht. Sie schafft für Fußgänger und Radfahrer eine Verbindung zwischen der Donauinsel und dem Nationalpark Donau-Auen. Damit wurde seinem langjährigen Wunsch entsprochen.


Ein Beitrag von www.guterzweck.at